Wir sind mit unseren 4 Kindern campen in Südfrankreich. In der Nebensaison, wohlgemerkt. In der Hauptsaison ist das undenkbar. Da wird es hier viel zu voll. Ich möchte euch von meinem Tag erzählen. Stellvertretend für die vielen Urlaubstage mit Kindern, die gleichzeitig schön und anstrengend sein können.
Wenn 51 Minuten plötzlich sehr lang werden
Wir sind gestern bei 35 Grad Außentemperatur von den französischen Alpen an die Côte d’Azur angereist. Anstrengendste Fahrt seit Langem. Erst war Hunger ‚das Problem‘ kurz darauf Langeweile. Am Ende, als es nur noch 51 Minuten zu fahren waren, habe ich die Ausfahrt verpasst und wir mussten einen 30-minütigen Umweg in Kauf nehmen. Doch die Fahrt auf den engen, kurvigen Straßen des Massif des Maures, im Hinterland (von St-Tropez) tropezienne, ist atemberaubend schön.
Nicht reserviert
Endlich angekommen, fahren wir auf den ausgesuchten Campingplatz. Wir haben nicht reserviert, weil wir denken, dass es im September möglich sein muss auch ohne Reservierung einen Stellplatz zu bekommen. Zur Not können wir mit unserem Wohnmobil eine Nacht autark stehen, falls wir für die Nacht nichts finden würden. Nicht auszudenken, wenn wir bei der Hitze und Stimmung noch weitersuchen hätten müssen und keinen Plan B für die Nacht gehabt hätten. Die Dame an der Rezeption empfängt uns mit „Sie sind aber mutig“. Und wir haben richtig vermutet: es hat noch Platz! Der Stellplatz ist wunderschön. Schattig und groß. Und das, obwohl wir nicht reserviert hatten. Manchmal gehört einfach eine Portion Glück dazu. In der Hochsaison rate ich trotzdem zur Reservierung bzw. einem Anruf beim Campingplatz bevor ihr dorthin aufbrecht.
Die Nacht war kurz. Es war schlichtweg viel zu heiß. Das Wohnmobil von der 5-stündigen Fahrt in 35°C heißer Hitze noch aufgeheizt und Durchzug war kaum vorhanden. Ich schlafe mit der großen Tochter im Alkoven. Gegen 3 Uhr sind fast alle hellwach. Manche haben noch kein Auge zugetan, deshalb tauschen ich und zwei Kinder den Schlafplatz. Irgendwann finden wir in den Schlaf.
Der Tag wartet nicht
Ich stehe trotz wenig Schlaf um 8:00 Uhr auf und schwups sind die Kids auch auf den Beinen. Wir gehen im kleinen Supermarkt des Campingplatzes fürs Frühstück Croissants und Baguette einkaufen. Nehmen noch ne kleine Wassermelone und Trauben mit. Dankbar für unsere Campingplatzwahl. Ein kleiner Supermarkt ist bei der Sehnsucht nach etwas Erholung Gold wert. Nach dem Frühstück werden Zähne geputzt, die Kids gehen zum Fußballfeld und ich mit dem Hund um den kleinen Weinberg und das schöne alte provenzalische Herrenhaus hier auf dem Campingplatz.
Keine ruhige Minute (ist seitdem mehr für mich drin)
Schon ist es 10:30 Uhr. Ich setze mich hin. Keine Minute später kommt unser 5-jähriger vom Fußballfeld und will getröstet werden. Er kann mit seinen großen Geschwistern noch nicht mithalten (wie auch) und das stört ihn ab und an gewaltig. Es scheint gerade keine Zeit zum Durchatmen (aka für mich) zu geben bis wir nachmittags an den Strand gehen. Wir packen zusammen, cremen die Kids ein, das dauert…endlich am Strand, steigen wir in glasklares Wasser und lassen uns von den Wellen treiben.
Mehr Spaß im Schwimmbad
Die Kids haben Spaß, auch wenn unser Jüngster anfangs viel Salzwasser schluckt und meint „Mama, im Schwimmbad hätte ich mehr Spaß.“ Später ist es schwer, sie zum Gehen zu bewegen. Der Weg zurück dauert circa 5 Minuten zu Fuß. Da heißt es, schnell Duschgel, Shampoo und Handtücher zusammensuchen, denn alle haben Hunger und die Stimmung kippt gleich. Dann stehe ich in der Familiendusche. Ich bin dankbar für die Möglichkeit: viel Platz, eine Kinderdusche in halber Höhe, leuchtende Kinderaugen und Selbstständigkeit für die beiden und für mich eine erholsame Dusche, die ich zu schätzen weiß.
Die schönen Momente bewusst zu genießen
Familienurlaub ist Eltern sein an einem anderen Ort. Was ich dir sagen will: Nutze die kleinen Momente zum Durchatmen und genieße sie bewusst, sie tragen dich durch den Tag. Eine angepasste Urlaubsumgebung hilft, diese Momente zu schaffen. Das fängt an bei der Wahl deines Reiselandes, der Reiseart, der Unterkunft und endet bei der Gestaltung deiner Tage.
Was wir in den letzten Urlauben nicht brauchten, diesen Urlaub auber dringend benötigen, ist eine Mittagspause für Eltern und Kinder. So können wir auftanken und die Kids wissen, jetzt ist Sendepause.
Falls du Unterstützung bei deiner Reiseplanung möchtest, melde dich gerne bei mir. Wir finden zusammen den Urlaub, der zu dir und deiner Familie passt. Hier erfährst du mehr darüber.




