Familienurlaub zu sechst: Wohnwagen oder Wohnmobil?

Familienurlaub zu sechst: Wohnwagen oder Wohnmobil?

Wir sind dieses Jahr mit gemietetem Wohnmobil in Korsika unterwegs gewesen. Ein Familienurlaub zu sechst im Wohnmobil. Ziel war es, für uns herauszufinden, ob ein Wohnmobil was für uns „taugt“ oder ob wir doch lieber beim Wohnwagen bleiben bzw. zelten oder, oder, oder. Vielleicht hilft es auch dir bei einer ähnlichen Entscheidung.

Im Blogartikel schreibe ich die Vor- und Nachteile vom Wohnmobil auf, die wir für uns in dieser Zeit festgestellt haben. Am Ende gibt es ein Fazit, was wir daraus schließen und einen Ausblick wie wir in Zukunft reisen werden.

Vorteile beim Reisen mit dem Wohnmobil mit vier Kindern

Wir sind schneller unterwegs

Uns gefällt sehr gut, dass wir mit dem Wohnmobil auf der Autobahn auch mal über 100 fahren können. Das ist mit dem Gespannt Auto-Wohnwagen nicht erlaubt und auch zu gefährlich. Zwar ist bei uns beim Reisen der Weg das Ziel, doch ab und zu etwas schneller unterwegs sein, ist von Vorteile. Gerade, wenn wir längere Strecken zurücklegen.

Wir haben alles in einem Raum

Kommst du mit dem Wohnmobil auf einen Stell- oder Campingplatz, ziehst du die Handbremse an und stehst. Vorher reicht ein kurzes Rangieren und du kannst dich dem Einrichten widmen. Das ist zeitsparend und finden wir spitze. Gerade für Rundreisen, wie wir sie jetzt in Korsika gemacht haben, ist es deshalb perfekt geeignet.

Modernere Technik

Würden wir uns für ein Wohnmobil entscheiden, hätte es sicher eine moderne Technik, da wir sehr umweltbewusst reisen. Das hat bei uns eine hohe Priorität. Das wäre für uns ein großes PLUS, denn unser Wohnwagen ist schon 20 Jahre alt und das merken wir natürlich an manchen Stellen sehr deutlich. Für ein Alter steht er aber noch sehr gut da.

Tolles Fahrgefühl

Natürlich hast du im Wohnmobil ein anderes Fahrgefühl, wie im Auto. Das lieben die Kids und sie haben sich so darauf gefreut. Das Sitzen am Tisch hat was und sie können während der Fahrt gut ihre Bücher oder Spielsachen drauflegen.

Es ist ’schnell mal gekocht‘

Außerdem kommst du während der Reise auf einem Rastplatz gut an die Schränke ran, da alles integriert ist. Es wackelt nichts und du musst nicht extra das Fahrzeug wechseln. Beim Reisen mit Kindern brauchst du doch immer wieder was zum Essen oder musst kurz die Toilette benutzen. Das fiel uns beim Wohnmobil nun deutlich leichter.

Wir können Stellplätze nutzen oder „frei“ stehen

Das Frei stehen ist mit dem Wohnmobil möglich. Das ist natürlich ein großes Stück Freiheit, das wir mit dem Wohnmobil haben und hat uns SEHR gut gefallen. Außerdem kannst du mit dem Wohnmobil nicht nur auf Campingplätzen, sondern auch auf Stellplätzen übernachten. Das heißt du hast mehr Stellplatzmöglichkeiten.

Nachteile beim Reisen mit dem Wohnmobil mit vier Kindern

Wenig Zuladung möglich

Das Eigengewicht vom Wohnmobil ist schon sehr hoch. Die Zuladung für 6 Personen ist daher knapp. Unsere Kinder werden älter und schwerer. Fahrräder können wir nicht für jeden mitnehmen. Aktuell haben wir ein Laufrad dabei und obwohl wir sehr minimalistisch packen, hatten wir 150 kg Übergewicht. Knapp über den 5% und das hätte uns in Deutschland 10 Euro Bußgeld gekostet, wären wir kontrolliert worden. In anderen Ländern, wie z.B. der Schweiz, sind die Bußgelder wesentlich höher.

Stauraum und -möglichkeiten

Im Wohnmobil gibt es vergleichsweise wenig Stauraum. Aber klar, bei der zulässigen Zuladung nicht verwunderlich. In unserem Wohnwagen bekommen wir weitaus mehr rein und der Platz ist viel besser genutzt. Jeder Centimeter ist in unserem Wohnwagen als Stauraum nutzbar und wirklich gut durchdacht.

Verlassen des Campingplatzes

Ein dickes Minus ist für uns beim Wohnmobil, dass es mehr Organisation bei den Ausflügen und mit dem Einkaufen erfordert. Hast du kein Fahrrad dabei oder bist so weit außerhalb auf einem Campingplatz, dass du zu Fuß keinen Laden erreichst, kannst du nur einkaufen, wenn du eh wegfährst. Uns war es viel zu aufwändig, das Wohnmobil fahrtauglich zu machen um „nur mal kurz“ einzukaufen. Ausflüge haben wir nur solche gemacht, die zu Fuß vom Campingplatz aus möglich waren oder das Ausflugsziel lag auf unserer Fahrtroute zum nächsten Stellplatz. Da geht ein Stück weit die Flexibilität flöten.

Laute Fahrgeräusche

Obwohl wir mit dem CaraHome von Weinsberg ein neues Modell hatten, ist es sehr laut beim Fahren. Da möchte ich nicht wissen, wie laut es bei älteren Modellen während der Fahrt ist. Das strengt an und unsere Kinder fanden es auch nicht ganz so super.

Sitzmöglichkeiten für Kindersitze im Wohnmobil

Im Wohnmobil gibt es im Innenraum zwei vorwärtsgerichtete Sitzmöglichkeiten und zwei rückwärtsgerichtete. ISO-Fix-Befestigung hatten nur die vorwärtsgerichteten Sitzpositionen. bei drei Kindersitzen nicht so praktisch. Dass zwei der Sitze nur einen Bauchgurt hatten, fanden wir für Kinder auch nicht ausreichend sicher. Kommt dann noch dazu, dass bei uns mindestens zwei Personen nur bedingt rückwärts-stzend fahren können, ist die Ausgangssituation nicht optimal. Komfortabel war die Sitzposition nicht. Vor allem auf kurvenreichen Strecken, die es auf Korsika zu genüge gibt. Für uns ein no-go für weitere Reisen. Da muss eine andere Lösung her.

Schlafplätze für sechs Personen im Wohnmobil

In unserem Modell gibt es ein großes Bett im Alkoven über der Fahrerkabine, das Platz für drei Personen bietet. Mein Mann und ich schliefen dort mit dem Jüngsten. Im hinteren Teil des Wohnmobils ist ein Stockbett. Auch ausreichend lang, sodass Erwachsene auch darin schlafen können. Die Sitzecke kann auch als Schlafplatz umgebaut werden. Leider passen da keinen zwei ausgewachsenen Personen drauf. Länge ist ca. 1,40m. Wenn die Kinder größer werden, wird das also sehr knapp. Nichts für uns, wenn wir an die Zukunft denken.

Unser Fazit

Wir haben DAS Fortbewegungsmittel für unsere Rundreisen noch nicht endgültig gefunden. In ein neues Fahrzeug investieren wir nur, wenn wir 100% überzeugt sind und es auch in der Zukunft für uns nutzbar ist. Außerdem wollen wir auch mal außerhalb Europas Rundreisen machen. Teilweise ist es wohl billiger, das eigene Fahrzeug zu verschiffen, als vor Ort eines zu mieten. Vorerst also mal alle Möglichkeiten ausloten. Das wäre:

  1. Wohnwagen behalten, modernisieren und ggf. ausbauen und mit zusätzlichem Zelt reisen, wie auch schon bei unserer Schwedenrundreise 2018
  2. Ein Wohnmobil eines Herstellers anschauen, welches 7 Schlafplätze hat, und hoffentlich leichter ist (wenig Chancen)
  3. Unseren Bus reisetauglich ausbauen und mit Zelt losziehen
  4. Einen Sprinter ausbauen (lassen) und mit Sprinter und Zelt losziehen
  5. Brauchen wir ein Fahrzeug oder planen wir die Rundreisen in Zukunft mit Camping und Couch-Surfing?

Viele Möglichkeiten. Es wird sich zeigen, wie wir in Zukunft unsere Rundreisen organisieren werden. in jedem Fall wollen wir flexibel bleiben. Du bekommst es sicher mit, wie es für uns nächstes Jahr weitergeht.

Hast du auch eine große Familie? Wie löst du das auf deinen Reisen? Schreib es mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich auf Austausch.

Michaela

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